1384 wird die St. Petri Kirche in Horst erstmalig schriftlich erwähnt. Erbaut von Siedlern auf einer trockenen Sandinsel, wurde die kleine Kirche dem Heiligen Petrus geweiht, dem Schutzpatron der Schiffer und Seefahrer.
Eine Kirche von und für „einfache Leute“
Die Kirche ist ein einschiffiger Bau mit eingezogenem Chor. Es wurden überwiegend Feldsteine im Mauerwerk verbaut, im Westen finden sich auch Backsteine. Am Türblatt in Richtung Norden ist eine Inschrift zu lesen: „Anno 1699 den 24 Iuli hat die tugent sahme Frau Anna Hintmans un ihre Kinder dese Kirch Thur ihrem s[eligen] man Tonnis Hintman zum Gedächtnis ver ehret“. Im Innenraum gibt es zwei figürliche Glasbilder, die die Kelchspendung und Luthers Thesenanschlag zeigen.Versteckte Geschichten auf dem Friedhof entdecken
Die St. Petri Kirche zeichnet sich durch ihre Schlichtheit aus – ein Indiz dafür, dass die Kirchengemeinde in Horst aus einfachen, also wenig „betuchten“ Leuten bestand. Adlige spendeten oft prunkvolle Ausstattungen. In der St. Petri Kirche gibt es keine Hinweise darauf. Im Laufe der Zeit brachten es einige Gemeindemitglieder aber durchaus zu einem gewissen Reichtum. Zu sehen ist das an den erhaltenen Grabsteinen, von denen einige aufwändiger gestaltet sind als andere. Der Friedhof direkt an der Kirche wurde 1885 geschlossen. Einige Gräber sind bis heute erhalten. Dort gibt es auch Steinmetzarbeiten mit stilisierten Seemonstern zu entdecken. Sie weisen darauf hin, dass die dort Bestatteten zu Lebzeiten zur See gefahren sind oder zumindest einen starken Bezug zur maritimen Welt hatten. Die Kirche liegt direkt am Fernradweg Mönchsweg und ist für Architektur- und Geschichtsliebhaber immer einen Abstecher wert.Gut zu wissen
Autor:in
Tourismusverband Landkreis Stade / Elbe e. V.
Kirchenstieg 30
21720 Grünendeich
Organisation
Tourismusverband Landkreis Stade / Elbe e. V.
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