Hohes Moor zwischen Oldendorf und Bremervörde

Geheimtipp und Naturparadies

"... Oh schaurig ist's übers Moor zu gehen..." diese Zeilen aus dem Gedicht "Knabe im Moor" von Annette von Droste-Hülshoff kommen wahrscheinlich den meisten in den Kopf, wenn sie das Wort "Moor" hören.

Wie eindrucksvoll diese Landschaft auch sein kann, erleben Besucher im Naturschutzgebiet Hohes Moor, das zwischen Oldendorf und Elm am Radfernweg "Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer" auf der Stader Geest liegt. Unterstützt durch das "Life-Natur-Projekt" der Europäischen Union ist dort von 2001 bis 2006 durch Wiedervernässung auf über 650 ha ein Paradies für seltene Tiere und Pflanzen entstanden. Inzwischen brüten im Hohen Moor wieder Kraniche, Sumpfohreulen, Fischadler sowie 60 weitere Brutvogelarten. Auch Moorfrosch, Kreuzotter oder die Nordische Moosjungfer sind hier wieder heimisch geworden.

Auf Rundwegen durch das 6000 Jahre alte Hohe Moor zeigt sich Spaziergängern die Verwandlung dieser faszinierenden Naturlandschaft hautnah. Informationstafeln entlang der Rundwege stellen nicht nur die Besonderheiten dieses Lebensraumes, sondern auch die Moorbewohner sowie die Pflanzenwelt vor.  Zwei Moorseen – der Elmer und der Oldendorfer See – sind noch erhalten. Sie zählen zu den ältesten Naturschutzgebieten in der Region.

Noch wandert man an absterbenden Birken in den Wasserflächen vorbei, sieht Pfeifengras und Besenheide. Allerdings erobern sich typische Moorpflanzen wie Sonnentau, Wollgras oder die Glockenheide ihren Platz zurück. Auch wenn das ursprüngliche Landschaftsbild der baumlosen Weite nicht wiederhergestellt werden kann, wird das Hohe Moor in einigen Jahrzehnten einem natürlich gewachsenen Hochmoor wieder ähnlich sein.  Auf den vernässten Flächen werden feuchte Minitäler - sogenannte Schlenken -, die sich mit den höher gewachsenen Bulten abwechseln, entstehen. Hier wachsen u.a. verschiedene Arten des Sonnentaus. An den Randbereichen des Moores entwickeln sich Randsümpfe sowie Moorwälder aus Birken und Kiefern.

Moore sind auch ein Zugewinn für den Klimaschutz, weil sie das Treibhausgas Kohlendioxid binden. Zudem wird Niederschlag hier gefiltert, wodurch langfristig eine Sicherung der Grundwasserqualität erreicht wird.

Altes Land -Stade

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