Der Horneburger Pfannkuchen

Alte Apfelsorten im Alten Land am Elbstrom

Der Horneburger Pfannkuchen ist sicherlich nicht der attraktivste unter den Tafel-, Ess- und Wirtschaftsäpfeln der Niederelbe-Region, aber einer der markantesten.

So dick und fett und grün und sauer kommt sonst keiner daher.

Sicher: eingefleischte Lokalpatrioten sagen, man könne ihn sehr wohl gut essen. Sie haben auch nicht mal unrecht. Ab dem späten Winter hat der „Horneburger“ seine bis dahin dominante Säure weitgehend abgebaut, so dass sein Zucker-Säure-Verhältnis jetzt harmonischer wirkt und er schon eher zum Reinbeißen einlädt. Doch sein wenig entwickeltes Aroma lässt ihn nicht auf die vorderen Ränge der Tafelfrüchte vorrücken.

Dafür hat er aber andere Qualitäten:

er lässt sich ohne großen technischen Aufwand im kühlen Keller bis ins Frühjahr hinein lagern und liefert so das ganze Winterhalbjahr einen vorzüglichen Rohstoff für die „häusliche Ökonomie“, wie man früher zu sagen pflegte,

bestens geeignet als Back-, Mus- und Müsliapfel.

Vor allem zum Backen ist er hervorragend, läuft er doch nicht schnell braun an, bewahrt seine Form und entfaltet einen Wohlgeschmack, den man ihm kaum zugetraut hätte.

Und auch im Anbau zeigt er sich von seiner besten Seite:

robust, vital und von durchgehend hoher Fruchtbarkeit brachte er es Ende der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts mengenmäßig auf Platz eins der Altländer Erntestatistik. Er trug brav jedes Jahr - im Gegensatz zu seinem Hauptkonkurrenten, dem Grünen Boskoop, der „alternierte“, d.h. er setzte jedes Mal nach einem Vollertragsjahr ein Jahr zum Erholen aus.

Heute hat es ein Apfel mit den Qualitäten des Horneburger Pfannkuchens schwer, seinen Platz im Apfelsortiment zu behaupten.

Dazu wurden in Horneburg an verschiedenen Ort Streuobstwiesen angelegt auf dem speziell der Pannkoken gepflanzt wurde.

So kann es gelingen, ein Stück kulturelles Erbe und einen Teil der genetischen Vielfalt unserer obstbaulichen Tradition zu erhalten.

Text: Eckart Brandt, Boomgarden-Projekt

Altes Land -Stade

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