Europäisches Hanse-Ensemble

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Konzert

HOCHZEITSMUSIK DER HANSESTÄDTE Feiern wie die alten Pfeffersäcke Europäisches Hanse-Ensemble Manfred Cordes, Leitung Die im Verbund der Hanse zusammengeschlossenen Handelsstädte hatten sich um 1600 zu blühenden Metropolen entwickelt. Mit dem Erstarken wirtschaftlicher Macht wuchs das Repräsentationsbedürfnis der wohlhabenden Bürger, die ihren Reichtum durch prächtige Bauten und einen luxuriösen Lebenswandel zur Schau stellten. In der Spätzeit der Hanse wurde die Prunksucht der Bürger in zahlreichen städtischen Ordnungen und Erlassen sowie in erhaltenen Predigttexten angeprangert. Insbesondere die Hochzeitsfeierlichkeiten waren Tummelplatz eines wachsenden Repräsentationsbedürfnisses der reichen Kaufleute der Handelsstädte. Was heute in Kleidung, Restaurant- und Hotelbesuch, Geschenken und den Zielen der Hochzeitsreise an Aufwand betrieben wird, spiegelte sich vor 400 Jahren in der Zahl der zu bewirtenden Gäste, der Speisenfolge, dem Tafelschmuck, der Kleiderordnung und der eigens bestellten Musik wider. Die zumeist für ganz konkrete Hochzeitsfeiern von Einzelpersonen (zumeist dem Brautvater) in Auftrag gegeben musikalischen Werke – heutzutage als Gelegenheitskompositionen bezeichnet – genießen allgemein keine besondere Wertschätzung: zu Unrecht! Die Werke repräsentieren die Blüte der europäischen Kompositionskunst an der Schwelle zur Barockzeit und zeigen alle damals gebräuchlichen Stilrichtungen. Das Spektrum reicht von der Vokalpolyphonie niederländisch-flämischer Prägung über die prächtige Mehrchörigkeit venezianischer Provenienz bis zu liedhaften Werken in der Volkssprache mit eher ariosem Charakter, dazu gibt es instrumentale Tanzsätze. Es ist evident, dass die prächtigen Werke in lateinischer Sprache insbesondere für die kirchliche Feier verwendet wurden. Die Texte entstammten natürlich der Bibel, doch wählte man mit Bedacht solche Passagen, die sich auch anders interpretieren ließen, wie etwa Veni in hortum meum (Komm in meinen Garten), bevorzugt natürlich aus dem Hohelied Salomonis. Zur Fortsetzung der Feierlichkeiten in den Bürgerhäusern konnte man dann bedenkenlos zu deutschen Texten übergehen. Die Nähe dieser Kompositionen zur Tanzmusik in den damals üblichen Gattungen Pavane, Galliarde oder Allemande musste man dann auch nicht mehr verbergen. Für die Komponisten stellten diese Auftragswerke sicherlich eine willkommene Nebenverdienstmöglichkeit dar. Angestellt bei ihrer jeweiligen Kirchengemeinde oder der Stadt dürften die Bezüge der Musiker nicht gerade üppig ausgefallen sein, denn aus Rom waren ja – nachdem der Protestantismus in Nordeuropa Einzug gehalten hatte – keine Beiträge zur Pflege der Kirchenmusik mehr zu erwarten. Das EUROPÄISCHE HANSE-ENSEMBLE ist international besetzt und besteht aus jungen Nachwuchsmusiker:innen aus vielen verschiedenen Ländern, die sich an europäischen Musikhochschulen im Bereich der Alten Musik besonders profiliert haben. Die Sänger:innen und Instrumentalist:innen des Ensembles zeigen in ihrem Konzert am 8. September die ganze Vielfalt der Musik um 1600 und benutzen dazu auch das in dieser Zeit verwendete Instrumentarium: Zinken, Violinen und Posaunen in alter Mensur, Viole da gamba, Dulzian und Chitarrone. Auf dem Programm stehen Werke der bedeutendsten Komponisten dieser Zeit aus Königsberg, Danzig, Stettin, Greifswald, Hamburg und Lüneburg.

Europäisches Hanse-Ensemble

HOCHZEITSMUSIK DER HANSESTÄDTE
Feiern wie die alten Pfeffersäcke

Europäisches Hanse-Ensemble
Manfred Cordes, Leitung

Die im Verbund der Hanse zusammengeschlossenen Handelsstädte hatten sich um 1600 zu blühenden Metropolen entwickelt. Mit dem Erstarken wirtschaftlicher Macht wuchs das Repräsentationsbedürfnis der wohlhabenden Bürger, die ihren Reichtum durch prächtige Bauten und einen luxuriösen Lebenswandel zur Schau stellten. In der Spätzeit der Hanse wurde die Prunksucht der Bürger in zahlreichen städtischen Ordnungen und Erlassen sowie in erhaltenen Predigttexten angeprangert.
Insbesondere die Hochzeitsfeierlichkeiten waren Tummelplatz eines wachsenden Repräsentationsbedürfnisses der reichen Kaufleute der Handelsstädte. Was heute in Kleidung, Restaurant- und Hotelbesuch, Geschenken und den Zielen der Hochzeitsreise an Aufwand betrieben wird, spiegelte sich vor 400 Jahren in der Zahl der zu bewirtenden Gäste, der Speisenfolge, dem Tafelschmuck, der Kleiderordnung und der eigens bestellten Musik wider.
Die zumeist für ganz konkrete Hochzeitsfeiern von Einzelpersonen (zumeist dem Brautvater) in Auftrag gegeben musikalischen Werke – heutzutage als Gelegenheitskompositionen bezeichnet – genießen allgemein keine besondere Wertschätzung: zu Unrecht! Die Werke repräsentieren die Blüte der europäischen Kompositionskunst an der Schwelle zur Barockzeit und zeigen alle damals gebräuchlichen Stilrichtungen. Das Spektrum reicht von der Vokalpolyphonie niederländisch-flämischer Prägung über die prächtige Mehrchörigkeit venezianischer Provenienz bis zu liedhaften Werken in der Volkssprache mit eher ariosem Charakter, dazu gibt es instrumentale Tanzsätze.
Es ist evident, dass die prächtigen Werke in lateinischer Sprache insbesondere für die kirchliche Feier verwendet wurden. Die Texte entstammten natürlich der Bibel, doch wählte man mit Bedacht solche Passagen, die sich auch anders interpretieren ließen, wie etwa Veni in hortum meum (Komm in meinen Garten), bevorzugt natürlich aus dem Hohelied Salomonis. Zur Fortsetzung der Feierlichkeiten in den Bürgerhäusern konnte man dann bedenkenlos zu deutschen Texten übergehen. Die Nähe dieser Kompositionen zur Tanzmusik in den damals üblichen Gattungen Pavane, Galliarde oder Allemande musste man dann auch nicht mehr verbergen.
Für die Komponisten stellten diese Auftragswerke sicherlich eine willkommene Nebenverdienstmöglichkeit dar. Angestellt bei ihrer jeweiligen Kirchengemeinde oder der Stadt dürften die Bezüge der Musiker nicht gerade üppig ausgefallen sein, denn aus Rom waren ja – nachdem der Protestantismus in Nordeuropa Einzug gehalten hatte – keine Beiträge zur Pflege der Kirchenmusik mehr zu erwarten.
Das EUROPÄISCHE HANSE-ENSEMBLE ist international besetzt und besteht aus jungen Nachwuchsmusiker:innen aus vielen verschiedenen Ländern, die sich an europäischen Musikhochschulen im Bereich der Alten Musik besonders profiliert haben. Die Sänger:innen und Instrumentalist:innen des Ensembles zeigen in ihrem Konzert am 8. September die ganze Vielfalt der Musik um 1600 und benutzen dazu auch das in dieser Zeit verwendete Instrumentarium: Zinken, Violinen und Posaunen in alter Mensur, Viole da gamba, Dulzian und Chitarrone.
Auf dem Programm stehen Werke der bedeutendsten Komponisten dieser Zeit aus Königsberg, Danzig, Stettin, Greifswald, Hamburg und Lüneburg.

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Terminübersicht

Donnerstag, den 08.09.2022

20:00 - 23:59 Uhr

St. Petri-Kirche Buxtehude

Kirchenstraße
21614 Buxtehude

http://www.st-petri-buxtehude.de/

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