Buchen
s

Obstanbauregion & Kulturlandschaft

im Alten Land am Elbstrom

Gepflegte Fachwerkhäuser, Wasser, Deiche, gewundene Straßen und Obstbäume bis zum Horizont: So sieht es aus im größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Nordeuropas - das Alte Land am Elbstrom. Unsere Urlaubsregion ist ein „Obstreich“. Mehr als jeder andere Wirtschaftszweig prägt der Obstanbau die Region. Soweit das Auge reicht: Apfel- und Kirschbäume. Sie und ihre Früchte sind charakteristisch für die Region und machen für Sie den Urlaub so abwechslungsreich und „fruchtig“.
Möchten Sie wissen, warum die Früchte hier so besonders gut reifen? Die Nordsee sorgt im Mündungstrichter der Elbe für maritimes Klima: Frühjahr und Sommer sind angenehm temperiert, der Herbst zeigt sich warm und der Winter mild – dank der mäßig warmen Westwinde, die hier temperaturausgleichend wirken. Die Nutzung des fruchtbaren Marschbodens ist wirtschaftliche Grundlage der Gegend. Weitere Pluspunkte: 8,8 C° milde Jahresdurchschnittstemperatur, über 1.500 Sonnenstunden und 742 mm Niederschlag im Jahr. Die Region zählt zu den Landschaften mit dem geringsten Frostrisiko – die Bedingung dafür, dass hochwertige Früchte heranreifen können. Die Elbe und ihre Nebenflüsse sowie die zusammenhängende Grabenlandschaft haben einen positiven Temperatureffekt für den Obstanbau. Diese Mischung macht die Urlaubsregion Altes Land am Elbstrom zum größten geschlossenen Obstanbaugebiet im nördlichen Europa – und für Sie zu einem wahrlich „fruchtig-obstigen" Reiseziel.

Die Geschichte des Obstbaus im Alten Land

Die Entstehung dieses außergewöhnlichen Obstgartens ist neben dem milden Klima vor allem den erfahrenen holländischen Entwässerungs- und Deichbauern zu verdanken. Die Wasserbauexperten kultivierten im 12. Jahrhundert auf Bitten der Grafen von Stade und des Erzbischofs von Bremen das Marschland entlang der Elbe. Und machten damit die ursprüngliche Sumpflandschaft urbar. Die Siedler legten Kanäle ("Wettern") an, bauten Deiche, gründeten Siedlungen und schufen damit das noch heute typische Landschaftsbild. Der Obstbau hat entlang der Elbmarschen seit über 600 Jahren Tradition. Urkundlich nachweisbar ist er bis ins Jahr 1320. Aus diesem geschaffenen Land, was kultiviert werden konnte und als "Olland" bezeichnet wurde, leitete sich dann der Name "Altes Land" ab. Auf einer Strecke von 35 Kilometern entlang der Elbe von Stade bis nach Hamburg bestimmt Obst das Bild dieser Gegend. Rund 10.500 ha Obstanbaufläche gibt es hier. Der Apfelanbau nimmt mit rund 90 Prozent der Anbaufläche die wichtigste Rolle ein, aber auch Kirschen, Birnen oder Zwetschen runden das fruchtige Angebot ab.

Angefangen hat alles mit einem kleinen Nebenverdienst, den sich die Kleinbauern, Handwerker, Fischer und Händler auf ihren kleinen Gartenflächen dazuverdienen wollten. Durch mehrere Krisen - wie dem Bier- und Kirschenkrieg - gebeutelt, aber auch durch den ersten Weltkrieg, gelang mit der Gründung des Obstbauversuchsringes 1929 ein Meilenstein im Obstbau. Mit Hilfe des Obstbauversuchsringes gab es 1939 eine Rekordernte von 3,1 Millionen Zentnern Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschen. Heute werden auf 10.500 Hektar rund 300.000 Tonnen Äpfel pro Jahr geerntet. Über 600 Obstbaubetriebe gibt es zwischen Cuxhaven und Hamburg. Die Obstbauern profitieren davon, dass hier durch die hohe Anzahl an Betrieben die Logistik vorhanden ist. Sie bekommen in der Region unkompliziert alle Betriebsmittel und die Vermarktung der Früchte ist durch Erzeugerorganisationen wie Elbe Obst und auch durch die Nähe zu Hamburg gut organisiert.

Gemauerte Kunstwerke: Fachwerkhäuser mit Giebelzier

Das Besondere am Fachwerk im Obstgarten Altes Land ist das sogenannte Buntmauerfachwerk, das es in dieser Form nur in der Urlaubsregion Altes Land am Elbstrom gibt und das sich heute noch an etwa 400 Baudenkmälern zwischen Hamburg-Neuenfelde und Hollern-Twielenfleth entdecken lässt: Voller Gestaltungslust haben die Maurer früherer Zeiten dabei nicht ein Fachwerk wie das andere gemauert, sondern viele verschiedene Mauermuster in eine Fassade eingearbeitet. Jede Hauswand: ein individuelles Kunstwerk. Übrigens: Im gesamten Alten Land am Elbstrom gibt mit dem Klinkerwerk Rusch in Drochtersen nur noch eine einzige Ziegelei, die noch auf traditionelle Art im denkmalgeschützten Ringofen Klinker und Ziegelsteine herstellt!

Kunstvolle Giebelzierden:
Viele der reetgedeckten Fachwerkhäuser im Alten Land am Elbstrom tragen noch heute eine Giebelzierde. Diese diente in erster Linie dem Schutz von Giebel und First des Reetdaches. Teilweise wurde er auch sehr künstlerisch angefertigt und zeigt neben der Zier beispielsweise Schwäne, Tulpen oder gekreuzte Pferdeköpfe, die das Haus und seine Bewohner vor Bösem beschützen sollten. 

Deutsche Fachwerkstraße und Europäische Route der Backsteingotik
Attraktive Fußgängerzonen mit Kopfsteinpflaster, historischen Giebeln, malerischen Fachwerkhäusern und kleinen Gassen führen durch Stades und Buxtehudes backsteinrote Altstadt. Buxtehude liegt an der Europäischen Route der Backsteingotik und die Hansestadt Stade ist Teil der Deutschen Fachwerkstraße.

Einladende Prunkpforten: "Puurten" mit "Schick"

Ganz außergewöhnliche Bauwerke sind auch die Altländer Prunkpforten, die den Hofeingang zu den großen Altländer Bauernhöfen bilden. Die teilweise Jahrhunderte alten Baudenkmäler haben eine große Symbolik und sind Zeichen des Wohlstandes der damaligen Bauern, die es mit dem fruchtbaren Boden an der Elbe zu Reichtum gebracht haben. Sie bestehen aus einer großen Wagendurchfahrt und einem kleinen Tor, der als Personendurchgang dient. Das eingedeckte Walmdach schützt das kunstvoll drapierte Balkengerüst. Die Schnitzereien sind bunt eingefasst, während die Pforte an sich weiß gestrichen ist. Noch heute – Jahrhunderte später – erzählen die stattlichen „Puurten“ – wie die Kunstwerke auf Plattdeutsch heißen – mit ihren individuellen Tiersymbolen und lateinischen Segenssprüchen die Geschichte ihrer früheren Bewohner. 14 Prunkpforten gibt es im Kerngebiet des Alten Landes, einige wurden nach dem Krieg zerstört, weil die Lastwagen nicht durch die Toreinfahrt passten. Heute stehen Sie unter Denkmalschutz.

Altländer Filigranschmuck: Silbergeflecht in Filigranarbeit

Besonders schön ist auch der Altländer Filigranschmuck. Der Silberschmuck verziert seit Jahrhunderten die Festtrachten der Altländer und geht auf das Jahr 1749 zurück. Heute können Sie an den Gästeführerinnen in Tracht bewundern. Mehrreihige Perlenketten, Knöpfe an Jackenärmeln – die verschnörkelten Kunstwerke symbolisierten den Wohlstand der Familie. In den zwei Buxtehuder Goldschmieden – Brunckhorst und Funk – wird dieser Schmuck aus feinem Drahtgeflecht noch heute angefertigt und von hier aus in die Region und nach Hamburg geliefert. Die Kunst ist Filigranarbeit und etwas ganz Besonderes. So wurde das Brautherz, eine mit Steinen besetzte Brosche mit unzähligen Verzierungen den jungen Bräuten von ihrem zukünftigen Bräutigam geschenkt. Heute entwerfen die Goldschmiede auch modernen Schmuck mit Filigranelementen.

Bunte Brauttüren: Tore zu Schatzkammer

Den Filigranschmuck trugen damals die Altländer Bräute. Ihnen war auch eine weitere Altländer Besonderheit gewidmet: die oftmals kunstvoll mit Ornamenten verzierten und bunt bemalten Brauttüren der prächtigen Fachwerkhäuser. Diese ein- oder zweiflügeligen Türen konnten nur von innen geöffnet werden und führten in die „Schatzkammer“ des Hauses, der Kofferkammer. Früher wurden sie nur zur Hochzeit geöffnet: wenn der Bräutigam seine Liebste über die Schwelle trug und die Mitgift in das neue Heim brachte. Auch in Notfällen wie Feuer rettete man so seine Wertsachen aus dem Haus. Auch Verstorbene wurden hinausgetragen, sie nahmen so symbolisch Abschied von ihren irdischen Schätzen.

Übrigens: Im Obstgarten Altes Land können sich Brautpaare auch eine eigene Hochzeitsbank fertigen lassen, die dann an einem schönen Platz im Alten Land aufgestellt wird. Eine Tafel an der Rückenlehne der Bank trägt die Namen des Brautpaars und das Hochzeitsdatum. Viele Paare besuchen ihre Hochzeitsbank jedes Jahr an ihrem Hochzeitstag. Platz nehmen auf der eigenen Bank im Alten Land... Mehr Infos gibt es beim Standesamt in Jork.

Das Alte Land - UNESCO-Welterbe?

Wegen der Besonderheit unserer Kulturlandschaft bewirbt sich der Kernbereich bzw. die Kulturlandschaft Altes Land als Unesco-Welterbe. Sie möchten wissen, was uns ausmacht? Obstblüte, Äpfel und Kirschen, eindrucksvolle Fachwerkhäuser, berühmte Orgeln... - das Alte Land ist einzigartig, beeindruckend, schön – bald auch Welterbe?
Das Alte Land repräsentiert eine einzigartige im 12. Jahrhundert von holländischen Siedlern gestaltete Kulturlandschaft. Die von den Niederländern geprägte „Hollerkolonie“ Altes Land ist eine von vielen Landschaften holländischer Siedlungskultur in Europa. Aber diese Landschaft ist hier besser erhalten als andernorts in Europa und wird "andauernd" noch genutzt. Unverwechselbar? Ja! Denn sie ist eine historische Kulturlandschaft von besonderer Eigenart mit geschützten Denkmälern, charakteristischen Strukturen und einer Unverwechselbarkeit des Landschaftsbildes. Gleichzeitig stellt das Alte Land einen eigenen Wirtschaftsraum dar, der sich bis heute dieser Struktur unterordnet. Heute wie damals prägen die Kulturlandschaft: Höfe und Häuserreihen, Deiche, Wege und Entwässerungssysteme entlang von Wettern und Fleeten, die charakteristischen Ortskerne wie in Jork und Steinkirchen, die Obstanbauflächen, die Kirchen, die Altländer Höfe mit Schmuckgiebel und Prunkpforten sowie Siele, Schleusen, Pumpwerke und Beregnungsteiche für den Frostschutz. Der Verein zur Anerkennung des Alten Landes zum Welterbe der UNESCO e.V. macht sich für diese Bewerbung stark.

Eine "Liebeserklärung" an die Region: Das Alte Land ist eine Landschaft von herausragender Bedeutung und in seiner Zugehörigkeit zur europäischen seriellen Hollerkolonisation von universellem Rang. Die Elbe, das von Obstbau, Altländer Höfen und Kirchen, historischen Orten innerhalb der Marschenkultivierung mit Deichen und Gräben bestimmte maritime Landschaftsbild prägen die Einzigartigkeit dieser Landschaft, die im 20. Jahrhundert im In- und Ausland zur Wahrnehmung als „Obstparadies“ führte.

 

Sie wollen mehr über die Obstblüte im Alten Land erfahren?

Wir haben zur Obstblüte alles Wissenswerte, Ausflugstipps und wunderbare Veranstaltungen rund um Kirsche und Apfel zusammengestellt.
>> Lassen Sie sich hier von der Obstblüte im Alten Land verzaubern!

Über die Kirschblüte im Alten Land: wann blühen die weißen Blüten?

Sie wollen es ganz genau wissen? Dann schauen Sie auf der Seite über die Kirschblüte im Alten Land vorbei. Hier erfahren Sie alles über die Blütezeiten, Besonderheiten und die beste Zeit um die Kirschblüte im Alten Land zu erleben.

>> Alles Wissenswerte über die Kirschblüte im Alten Land

 

Sie sind der Apfel-Fan unter den Obstessern? Auf zur Apfelblüte im Alten Land!

Auch für die Apfelblüte-Liebhaber und Liebhaberinnen hat das Urlaubsteam des Alten Landes alles, was Sie über die Blüte der wundervollen Apfelbäume wissen sollten, zusammengetragen.

>> Tauchen Sie hier ein in die Welt der Apfelblüte im Alten Land!

"Es ist dringend geboten, die Kulturgüter des Alten Landes als ihre Zentralwerte und integralen Bestandteile zu erhalten, zu pflegen und schonend weiterzuentwickeln."

Burggraaff und Kleefeld aus „Länderübergreifende Kulturlandschaftsanalyse Altes Land“
Altes Land -Stade

Loading